STEFANIE RUSCH

Dipl. Yogalehrerin Sivananda Yoga
ehem. Physiotherapiestudentin (5. Semester)

Was ist dein persönliches Motto?
You have no idea of what you’re capable of, until you try.

Wann war deine erste Begegnung mit Yoga? Was bedeutet Yoga für dich?
Das erste Mal stand ich 2004 – also mit 10 Jahren – auf einer Yogamatte. Als unsportliches, leicht dickes Kind durfte ich zum ersten Mal erleben, wie viel Freude Bewegung macht und vor allem dass ich es KANN und nicht überall zwei linke Füsse zu haben scheine. Yoga gab mir Selbstvertrauen, eine kleine Oase, in welcher ich ich selbst sein konnte und niemandem etwas beweisen musste. Bis heute bin ich nicht mehr von der Matte gekommen und habe nach der Matura sofort die Ausbildung gemacht. Heute ist Yoga für mich als halbprofessionelle Leistungssportlerin mein Ruhepol, ein Zuhause, zu welchem ich an jedem Ort auf der Welt zurückkehren kann.

Welches ist deine Lieblingsasana und warum?
Kurmasana (Schildkröte). In keiner anderen Position ist man so sehr bei sich. In der heutigen, oft rasend schnellen und verunsichernden Welt gibt sie einem das Gefühl von Geborgenheit und Rückzug.

Wie würdest du Yoga für einen Anfänger beschreiben?
Yoga ist keine Abfolge von Kraft- und Dehnübungen sondern der Weg zu dir selbst, zu deinem wahren, freien Ich. Die 5 Pfade des Yoga (Ernährung, Pranayama, Asanas, Meditation und Entspannung) helfen hier dabei, seine eigenen Gedanken kontrollieren zu lernen und loszulassen.

 

Was ist dir wichtig beim Yogaunterricht?
Ganz anders als noch zu Beginn meiner Yogapraxis sehe ich Yoga nicht mehr als “sportliche Betätigung” sondern als Rückzug vom Alltag, Bewältigung von Stress und das Finden seiner Selbst. Jeder Schüler soll sich wohl und sicher fühlen, seine eigenen Möglichkeiten ausprobieren dürfen ohne dabei überfordert zu sein und immer wieder zu sich selber zurückfinden können.

Was möchtest du deinen Schülern ans Herz legen?
Es gibt mittlerweile immer mehr und “moderne” Yogastile, sodass es immer schwieriger wird, “seine” Yogapraxis zu finden. Ich würde jedem raten, offen zu sein, vieles auszuprobieren und aus allem dies für sich zu merken, dass einem selbst entspricht. Man soll sich nicht einem gewissen Stil verschreiben und dieses akribisch verfolgen, die Freude spielt eine grosse Rolle. Mit Yoga kann man seine eigenen Grenzen erfahren und überwinden, ohne dabei die Anstrengung bewusst wahrzunehmen.

Worauf legst du den Fokus in deiner eigenen Praxis?
Auf Ruhe und Erdung, Zurückkommen zu mir selbst. Bei bis zu 20 Trainingsstunden pro Woche und zusätzlichem Leistungsdruck durch Studium und Beruf ist Yoga für mich dieser Moment des Loslassens. Für mich müssen es keine ausgefallen, schwierigen Asanas oder stundenlanges Üben sein. Das Schöne am Yoga ist, dass ich es meinem physischen und psychischen Zustand stets anpassen kann. Oft reichen mir einige Durchgänge von Surya Namaskar, ohne gross Nachdenken zu müssen, sondern einfach den Fluss zu spüren. Oft geniesse ich auch das Singen von Mantras, welches mich oft mehr beruhigen kann als jegliche Meditation oder Atemübung.